Hanno Niesler
Der kleine Schlepper UDU, gebaut als vörbildähnliches Modell auf Basis eines POLLUX-Rumpfes, hat es technisch gesehen in sich. Neben einem funktionsfähigen Bugstrahlruder ist auch ein Löschmonitor eingebaut. Dieser ist nicht nur mittels Scheibenwischerpumpe betriebsfähig, sondern kann auch per Servo geschwenkt werden.
Insbesondere für so ein kleines, und damit leichtes Modell, aber auch für die Großen, sofern sie mit einer leistungsfähigen Pumpe ausgestattet sind, gilt, das der Rückstoß des Monitors das Modell entgegengesetzt zur Spritzrichtung vom Kurs ablenkt. Insbesondere, wenn das Modell steht, wird der Rückstoß des Monitors es in die entsprechende Richtung in Fahrt bringen. Im Fall UDU war dieser Effekt aus verschiedenen Gründen besonders ausgeprägt. Erstens ist die Hauptspritzrichtung genau nach hinten übers Heck. Das begünstigt die Fahrtaufnahme des Modells, weil der Rumpf in Vorwärtsrichtung am wenigsten Wasserwiderstand bietet. Zweitens ist die Leistung der Pumpe viel höher als die des Antriebsmotors. Die Maschine braucht 250mA bei Vollgas, die Pumpe säuft dagegen 2A (Beide 12V). Das ist auch nicht weiter verwunderlich, denn ein so kleines, leichtes Modell benötigt nur sehr wenig Antriebsleistung, die hier mit großem Wirkungsgrad, weil mit langsamlaufender Maschine ohne Getriebe, erzeugt wird. Und drittens: Eben weil nur wenig Antriebsleistung bei so kleinen Verdrängern reicht, hat der Rückstoß leichtes Spiel mit dem Modell.
Steht der Monitor achteraus, kann man natürlich, sobald dieser eingeschaltet wird, mir dem Gasknüppel auf langsame
Rückwärtsfahrt gehen. Doch genau den Punkt zu finden, bei dem das Modell dann auf der Stelle steht, ist recht schwierig. Da beim
UDU die Löschpumpe nur geschaltet werden kann, ist eine andere Sendereinstellung notwendig, als bei Modellen mit einstellbarer
Pumpleistung.
(Die Pumpe über einen Fahrtregler anzusteuern macht übrigens auf zweierlei Weise Sinn. Einmal kann man sich so die
funktionsfähige Höhenverstellung der Monitore sparen, die oft sehr schwierig zu realisieren ist. Die Spritzweite wird dann durch
die Pumpleistung geregelt. Zum anderen ist der Überraschungseffekt für gewisse Zielobjekte sehr groß, wenn diese sich erst in
Sicherheit, weil außerhalb der Reichweite des Wasserstrahls wähnen, dann plötzlich aber doch die volle Breitseite
abbekommen...!)
Beim UDU ist der Schalter für die Pumpe an Kanal 3 angeschlossen, der standartmäßig mit dem rechten Knüppel Richtung vorwärts angesteuert wird. So kann der Löschmonitor mittels Einkanalschalter eingeschaltet werden, ohne man die Knüppel losgelassen muß. Das ist sinnvoll, weil man dann auch mit eingeschalteter Pumpe manövrieren kann, sofern man keinen Schalter mit Memoryfunktion verwendet. Geberschalter G1 ist dem Knüppel 3 zugeordnet und erfasst, ob die Pumpe eingeschaltet ist (Bild 1).
![]() |
Bild 1:
Code 42, Geberschalter 1 G1 erfasst, ob die Löschpumpe an Kanal 3 eingeschaltet ist. |
Um die Richtung, in die gespritzt wird, mit zu berücksichtigen, wird Kanal 6, der Kanal des Servos für die Drehfunktion des Monitors, als Informationslieferant für die Spritzrichtung herangezogen. Kurvenmischer 9 mischt, sofern G1 aktiv ist, Kanal 6 auf Kanal 1 (Bild 2). Kanal 1 ist wie immer der Fahrmotorkanal.
![]() |
Bild 2:
Code 72, Freie Mischer KurvenMIX 9 mischt die Richtungsfunktion des Monitors auf den Fahrtregler des Fahrmotors, wenn die Löschpumpe eingeschaltet ist (G1). |
Der Kasus Knacktus ist jetzt aber die Mischerkurve! Bild 3 zeigt, nur im Bereich zwischen den Punkten 1 und 3 ist der Mischer
aktiv. Bei weiten Ausschlägen, wenn der Monitor querab zur Fahrtrichtung des Schiffes spritzt, passiert nichts. Nur, wenn sich
der Winkel der Längsrichtung nähert, und der Propeller überhaupt etwas ausrichten kann, wird gegengesteuert. Genau
entgegengesetzt zur Fahrtrichtung gespritzt ist der Propellerschub achteraus maximal, das ist bei Punkt 2 auf der Kurve der
Fall. Wobei aber gesagt werden muß, das nur wenig Gas erforderlich ist, um gegen den Rückstoß anzuhalten, da der Propeller im
Wasser einen viel besseren Wirkungsgrad für den Schiffsantrieb hat als der Rückstoß des Löschwassers in Luft.
Wenn querab zur Fahrtrichtung des Schiffes gelöscht wird, ist diese Funktion wirkungslos. Die Drift querab ist durch den
Rumpf, der bei Querfahrt einen hohen Wasserwiderstand hat, so gering, das sie sich kaum auswirkt. Dadurch, das sich der Monitor
etwa in Position der Hochachse des Schiffes befindet, kommt es auch nicht zu einem drehen des Rumpfes bei seitlichen
Spritzrichtungen. Das wäre der Fall, wenn sich der Monitor am Bug oder am Heck befinden würde. Dann könnten über ähnlich
geschaltete Mischer der Bugstrahler genutzt werden, (welcher dann über einen Fahrtregler betrieben werden müßte!) um den Effekt
zu kompensieren.
Für den UDU habe ich noch einige andere Dinge programmiert, die ich hier aber nicht besprechen will, weil sie von ihrer Funktionsweise nicht wesentlich von den bisherigen Fällen abweichen. Zum einen wäre da das strömungsgünstige Anstellen der Kortdüse bei Betätigung des Bugstrahlers, in der Programmierung aber vergleichbar mit der Jetsteuerung. Dann wäre da noch die Bedienung der Löschpumpe über einen Schalter zum Dauerlöschen oder den Wechsel der Funktion Ruderverstellung zu Drehung des Löschmonitors mit dem Ruderknüppel, sobald die Pumpe eingeschaltet ist. Standartmäßig bediene ich die Schwenkfunktion mit dem ebenso praktischen wie teuren Knüppelpoti auf dem linken Knüppel. So kann man gleichzeitig löschen, zielen und manövrieren, ohne einen Knüppel loslassen zu müssen. Für Kinder im Sommer ein riesiger Spaß!
weiter: